Kanzler & Kabinett vereidigt:
Viele brauchen immer noch Hilfe von oben!

Bundestag 7. Dezember: Vereidigung des Kanzlers, des neuen Kabinetts.
Das war schon mal etwas spannender als der Große Zapfenstreich. Da schauten viele gebannt hin. Die Säkularen wie die Gottesfürchtigen, die Protestanten wie die Katholiken: Na, schwört er mit Gott oder ohne? Und wer sonst noch meint sich der Hilfe des Allmächtigen versichern zu müssen? Fazit schon jetzt für die 20. Legislaturperiode: Das neue Kabinett hat sich ein wenig säkularisiert. Und das ist gut so. Denn genau genommen kann niemand seine Verantwortung abgeben. Und schon gar nicht im Himmel!

Erstaunlich nüchtern reagiert auch der Evangelische Pressedienst und kommentiert die Vereidigung von Olaf Scholz: „Der neue Kanzler sprach den Eid als zweiter in diesem Amt nach Gerhard Schröder (SPD) ohne den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“. (evangelisch.de)

Bei der Katholischen Nachrichtenagentur KNA vom 8.12. freuen sich die Kommentatoren: „Mehrheit des Kabinetts spricht Eid mit Gottesformel“. Und dann folgt in roten Lettern die Eidesformel als Headline: „So wahr mir Gott helfe“. Doch nach der lakonischen Erwähnung „Auch der stellvertretende Regierungschef, Robert Habeck (Grüne) sowie die anderen Minister der Grünen verzichteten auf den Gottesbezug“ dürfen die Katholiken dann wieder aufatmen: „Alle vier FDP- und mehrere SPD-Minister beriefen sich hingegen bei ihrer Vereidigung auf Gott“. (domradio.de)

An anderer Stelle meldet sich das katholische „Domradio“ mit der freudigen Nachricht zu Wort, auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, wünsche „in einem Glückwunschbrief“ dem neuen Bundeskanzler und dessen Regierungsteam „alles Gute, viel Erfolg und Gottes reichen Segen“. Da darf dann schließlich auch der Hamburger Erzbischof Stefan Heße nicht fehlen, der dem eher weltlich-hanseatischen Kollegen Scholz in einem Schreiben „alles Gute, Mut, Freude an der Aufgabe und einen guten ethisch-moralischen Kompass“ wünscht. (domradio.de)

So weit die ersten Reaktionen der Kirchen. Aber genauer hingeschaut hat auch Gisa Bodenstein als Redakteurin des Humanistischen Pressedienstes HPD. Lesen Sie hier ihren sachlichen Bericht von der Vereidigung. Diesmal lohnt es sich durchaus, sich auch mal die Kommentare aus der säkularen Szene zu Gemüte zu führen …

Zum hpd Artikel