Altonale 2025

Am Anfang steht der Entschluss: Wir beteiligen uns auch in diesem Jahr wieder an der altonale, dem großen Fest der Vielfalt, wie in den Jahren zuvor.
Es locken viele und gute Gespräche mit Passantinnen und Passanten über die Mehrheit der Stadtgesellschaft, für die wir stehen. 60 % der Bürger*innen Hamburgs gehörten noch nie einer Religionsgemeinschaft an oder haben sie hinter sich gelassen. Für diese große Mehrheit stehen wir als kleiner Verein gemeinsam mit den anderen säkularen Organisationen die sich im Säkularen Forum Hamburg (SF HH) zusammengeschlossen haben.

Dann kommt die Planung: Wir melden zwei Stände nebeneinander an. Machen dem SF HH erfolgreich Mut zu einem eigenen Stand neben dem Giordano-Bruno-Stiftung-Zelt. Wie in den Jahren zuvor sagen sie zu. Immerhin gibt es in diesem Jahr ein aktuelles Thema, unsere Unterstützung der GEW-Kampagne für Philosophie/Ethik endlich auch in den Klassen 1 – 6, wo bislang die Religionsgesellschaften den Unterricht „für alle“ religiös monopolisieren. Verteilen die Aufgaben.

Der Termin rückt näher: Wer ist am Stand dabei? Hilft bei Auf- und Abbau? Appell an die Mitgliedsverbände des SF HH. Wenig Resonanz. Bange Frage, bleibt’s (wieder mal) an wenigen hängen? Sich festlegen und das noch über vier Wochen und mehr mögen heutzutage nur wenige. Krankheit in der Familie, überraschende Hamburg-Abwesenheit lassen die Zahl der sicheren Zusagen weiter zusammenschnurren.

Samstag, 28.6., Aufbau ab 9 Uhr. Mit zwei Tags zuvor vollgeladenen Autos am Festplatz, Max-Brauer-Allee. Erste Erleichterung: Die zugesagten Parkplätze sind reserviert. Zu dritt (Martin Haller, Jan Sikora, Gerhard Lein) beginnen wir mit dem Aufbau unserer Stände. Los geht’s mit den Zelten. Große Erleichterung: Heiko Porsche kommt, mit 88 unser Senior. Chapeau!!! Kann aber nur kürzer als sonst, anschließend Krankenhausbesuch. Bringt jedoch unverzichtbares Equipment mit: Kabelbinder, Klebeband, Seile für die Windgewichte am Zelt. Und zwei Hände: Zeltaufbau zu viert ist eben leichter.

Sonntag 29.6. Abbau 18 Uhr. Geht schneller als Aufbau. Fünf (!) helfende Hände (Gerhard, Jan, Martin, Simone und Grégory). Heiko chattet: Braucht ihr noch Unterstützung, dann komme ich nach Krankenhaus-Besuch noch vorbei. Wir sagen (mit Hochachtung!!) dankend ab. Übriggebliebene Materialien, Zelte etc. werden in die Keller in Hamburg-Hamm und Bergedorf zurück gebracht.

Fazit 1: Zwei Tage Sonnenschein. Zwei Tage spannende Gespräche. 69 Unterschriften und die GEW-Kampagne und zahlreiche (mindestens ebenso viele) Gespräche mit dem Ergebnis, den QR-Code des Flyers zu verwenden. Viele „Kunden“ an der Quiz-Wand von Jan, mit Ahs und Ohs, wenn Fragen zu Religionsunterricht in Hamburg, zur dramatisch sinkenden Religionszugehörigkeit, u.v.a.m. richtig oder (häufiger falsch) beantwortet werden.
Alle Fragen und Antworten siehe auf der gbs-hh Homepage unter Aktuell.

Fazit 2: Wir waren dann doch mehr Mitwirkende als befürchtet. Zu den Genannten kommen (mit mehr oder wenigen Zeitanteilen) noch hinzu: Andrea Oltmanns, Angelika Wedekind und Simone Fischer (beide Tage), dazu Wolf-E. Merk und Grégory Flieller. Es ist schon traurig, dass neben gbs (4), IBKA (2), Verband freier Weltanschauungsgemeinschaften (1), Stiftung Geistesfreiheit (1) und Säkularer Flüchtlingshilfe (1) keine der weiteren Mitgliedsorganisationen des SF HH sich (nicht einmal für wenige Stunden) beteiligt haben.

Fazit 3: Denjenigen, die aktiv teilnahmen, hat es sicherlich Freude gemacht. Kurze, aber auch längere und durchaus tiefgehende Gespräche, Verständnis füreinander, gegenseitige Hilfe (wir erhielten einen Tisch vom Stand der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen), lassen die aufgewendete Zeit sinnvoll erscheinen. Und sicherlich haben wir die säkulare Flagge hochgehalten.

Danke an alle!

Gerhard Lein, Fotos: Jan Sikora