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Bericht über eine Veranstaltung der Richard Dawkins Foundation in Bremen

Am Mittwoch, dem 9. Mai stellte Hamed Abdel-Samad in Bremen sein neuestes Buch vor:

Integration -
Ein Protokoll des Scheiterns

Die Lesung wurde von der Richard Dawkins Foundation im Haus der Wissenschaft in Bremen durchgeführt.
 

Silvana Foglia hat die Veranstaltung besucht:

 

„Lassen Sie sich nicht von der Nazikeule mundtot machen“

Mit diesem Mut machenden Satz beendete der bekannte Islamkritiker und Buchautor Hamed Abdel Samad seine von der Richard Dawkins Foundation organisierte Buchvorstellung im Haus der Wissenschaft in Bremen.

Sein neues Buch „Integration – Ein Protokoll des Scheiterns“ behandelt nicht nur die Integrationsunwilligkeit vieler Migranten, sondern er beschreibt darin auch die Fehler und Versäumnisse von Politik, Medien, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Dass Politik und Wirtschaft nur an kurzfristigen Zielen wie Wiederwahl und Profitmehrung interessiert sind, ist ja eigentlich keine neue Erkenntnis, und die Medien betätigen sich tatkräftig als Steigbügelhalter.
Frau Merkel redet von der Bekämpfung von Fluchtursachen, und gleichzeitig genehmigt die Bundesregierung Waffenlieferungen in die Krisengebiete des Nahen Ostens. Diese äußerst kurzsichtigen Handlungen werden zukünftig noch mehr Menschen aus ihren Heimatländern vertreiben.

Hamed Abdel Samad beschreibt eindrucksvoll, wie die Illusion einer bunten multikulturellen Gesellschaft, in der jeder von jedem profitieren kann, propagiert wird. Als Beispiel führt er die Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema Arbeitsintegration an. Dort wird u. a. gesagt, dass sich Flüchtlinge um Arbeit bemühen und viele auch Arbeit finden. Dem steht die offizielle Statistik der Agentur für Arbeit gegenüber, die besagt, dass 43 % der ALG2- Empfänger Migranten sind. Er spricht in diesem Zusammenhang von Harz-4-Dynastien.

Ein weiterer Punkt, der von ihm angesprochen wird, ist die kulturelle Integration. Die westliche Kultur unterscheidet sich, ohne das hier zu bewerten, deutlich von der arabisch-muslimischen, und beide sind nicht miteinander vereinbar. Der Umgang mit zentralen Themen wie Meinungsfreiheit, Frauenrechten, Minderheitenrechten und demokratischem Verständnis könnte verschiedener nicht sein.

Für ihn ist es ganz klar, dass man nicht die Rechte in Deutschland für sich einfordern kann und im gleichen Atemzug Herrn Erdoğan als seinen Präsidenten erklärt und die Einführung der Todesstrafe in der Türkei befürwortet. Auf den Einwand eines Diskussionsteilnehmers, dass schließlich auch einige Deutsche die Einführung der Todesstrafe hier befürworten, antwortete Abdel Samad souverän, dass es einen Unterschied gäbe zwischen der Todesstrafe als Bestrafung von Schwerkriminellen und der Einführung der Todesstrafe zur Beseitigung von Regimekritikern und Journalisten.

Hamed Abdel Samad sagt ganz klar, dass man sich nicht in eine Gesellschaft integrieren kann, wenn man die Werte dieser Gesellschaft ablehnt oder gar verachtet.

Es gibt keine andere Einwanderungsgruppe, die so vehement Sonderrechte einfordert. Weder Buddhisten, noch Hinduisten, noch christliche Araber, Alawiten oder Jeziden. Die Boatpeople aus Vietnam waren auch traumatisierte Kriegsflüchtlinge, und sie haben trotzdem niemals eine solche Opferhaltung wie islamische Migranten eingenommen.

Er geht auch auf das im Moment so präsente Kopftuch-Thema ein. Wenn ein Mädchen schon in frühester Kindheit ein Kopftuch trägt, dann wird das Kopftuch zum Teil der Persönlichkeit, ihrer Identität, wobei wir dann beim Thema Psychologie wären. Die Lehrerin, die das Recht zum Tragen des Kopftuchs im Unterricht einklagen möchte, hat dann eine von den Islamverbänden gewollte Vorbildfunktion. Die muslimische Jurastudentin, die in Deutschland Richterin werden möchte und ihr Amt dann mit Kopftuch ausüben möchte, auch. Diese Frau wird aber in einem islamischen Land niemals Richterin sein können.

Natürlich geht Abdel Samad auch auf die unheilvolle Allianz zwischen Kirche und Islamverbänden ein. Die Islamverbände werden seiner Meinung nach in naher Zukunft Artikel 140 GG für sich in Anspruch nehmen können und den Status der „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ erlangen wie die Kirchenverbände. Damit würden auch ihnen Steuermittel zugestanden, die eigentlich in einem säkularen Staat anderweitig verwendet werden sollten.

Mir persönlich hat der offene, sachliche und erhellende Vortrag von Herrn Samad gut gefallen und ich kann jedem empfehlen, seine Vorträge zu besuchen. Zudem lege ich interessierten Menschen „Der islamische Faschismus“, „Mohamed – Eine Abrechnung“ und demnächst bestimmt auch „Integration – Ein Protokoll des Scheiterns“ ans Herz.

10.05.2018, Silvana Foglia