Bücher von Mitgliedern der Stiftung

Neu zusammengestellt: Die gbs-Basisbibliothek
Die Giordano-Bruno-Stiftung hat zum „Welttag des Buches 2021“ Bücher in einer Liste versammelt, die alle von Mitgliedern des gbs-Beirats verfasst wurden. Die von den Autor*innen als ihre jeweils fünf wichtigsten genannten Werke wurden zu einer „gbs-Basisbibliothek“ zusammengestellt. Auch die Bücher bereits verstorbener Mitglieder wurden mit aufgenommen. Und so reichen denn die Schriften von den frechen Comics eines Ralf König bis bin zu grundlegenden philosophischen Abhandlungen Gerhard Vollmers über evolutionäre Erkenntnistheorie.

Warum Autor*innen der Stiftung?
Wir haben aus der „gbs-Basisbibliothek“ zunächst einmal eine kleine Auswahl von Werken getroffen, die wir zur kritischen Auseinandersetzung mit der gbs für grundlegend halten. Zugegeben, die Auswahl ist relativ subjektiv und abhängig vom Informationsstand des Autors (Rückfragen gerne bei uns). Aber wer Fragen zu Wissen und Glauben, zum evolutionären Humanismus, zum Kritischen Rationalismus oder zur evolutionären Erkenntnistheorie hat, bekommt hier erste Antworten. Stets aus einer Sicht, die sich der Rationalität und dem Naturalismus verpflichtet sieht. Berücksichtigt wurden aber auch Themen, die aktuell die Gemüter bewegen, von aktiver Sterbehilfe über Homöopathie und Tierrechte bis hin zum radikalen Islam. Einfach zugreifen und sich schlau machen!


Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur heißt das 180 Seiten starke Büchlein, das der Sprecher der GBS Michael Schmidt-Salomon im Auftrag der Stiftung 2005 verfasste. Es wurde inzwischen neu aufgelegt und bislang rund 50.000-mal verkauft. Wer die GBS kennenlernen will, sollte ihr „Manifest“ unbedingt einmal gelesen haben. Hier kann man schon einmal den Inhalt einsehen.


Gerhard Vollmer: Im Lichte der Evolution: Darwin in Wissenschaft und Philosophie. Hirzel 2017.
Was für ein Lebenswerk! Mehr als 50 verschiedene Disziplinen der Wissenschaft hat Vollmer, promovierter und habilitierter Physiker und Philosoph sowie versierter Biologe auf ihren Bezug zur Evolution hin durchforstet. Doch längst nicht alle Bereiche genügen natürlich den Gesetzmäßigkeiten einer biologischen Evolution, eher einer evolutionären Entwicklung im weiteren Sinne. Auf über 600 Seiten mit mehr als 1300 Anmerkungen entdeckt der Fachmann wie der interessierte Laie spannende Zusammenhänge und wissenswerte Hintergründe. Wer sich zum Thema bilden will oder immer wieder nur schmökern: Hier wird der Leser wunderbar bedient. Ein Muss!


Hans Albert: Traktat über kritische Vernunft. Mohr Siebeck (1968) 1991.
Den Klassiker des mittlerweile 100 Jahre alten Philosophen und Soziologen sollte man kennen, wenn man sich für Grundlagen und Entwicklung des Kritischen Rationalismus interessiert. Zugegeben, schwere Kost. Aber dank der klaren Sprache und immer rationalen Argumentation kann auch der Laie gut folgen. Und ganz im Sinne auch Karl Poppers verteidigt Albert das Erbe der Aufklärung und entwickelt es weiter ins 21. Jahrhundert hinein. Neu bei Albert zum Beispiel die „Entdeckung“ des „Münchhausen-Trilemmas“, des philosophischen Problems der unmöglichen Letztbegründung. Zur großen Bedeutung des „Jahrhundert-Denkers“ lese man auch die vom 2020 neu gegründeten „Hans-Albert-Institut“ verfasste Einführung. Neuere Auflagen des „Traktats“ sind mittlerweile auch antiquarisch wohlfeil zu bekommen.


Hamed Abdel-Samad: Mohamed. Eine Abrechnung. Droemer 2015.
Wenn heute einer befugt und versiert ist über den Religionsgründer Mohamed und des fundamentalistischen Islam zu schreiben, dann Abdel-Samad. Selbst Sohn eines ägyptischen Imams hat er den radikalen politischen Islam bei den Muslim-Brüdern kennengelernt. Bei uns bekannt geworden ist der ägyptisch-deutsche Politologe vor allem durch sein Buch „Der islamische Faschismus“. Abdel-Samads prägnante Texte helfen dem aufgeschlossenen Islamkritiker den klugen Pfad zu finden zwischen populistischer Herabsetzung des Islam und einem gefährlichen Relativismus, der jegliche Islamkritik anbiedernd als „Islamophobie“ oder gar „Rassismus“ brandmarkt.


Uwe-Christian Arnold & Michael Schmidt-Salomon: Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben. Rowohlt 2014.
Wer einmal selbst im Freundes- oder Bekanntenkreis schwer demente und leidende Alte mit betreut hat, die für ihre letzten Lebenstage nicht vorgesorgt hatten, wird die Ausführungen des Arztes und Sterbehelfers dankbar aufgreifen. In den Medien war Arnold für sein Konzept der „Humanen Sterbehilfe“ bekannt, wurde aber auch unter dem Einfluss konservativer Parteien und kirchlicher Lobby-Vertreter scharf angegriffen und als „Dr. Selbstmord“ verleumdet. Die rechtlichen Auseinandersetzungen um das „Sterbehilfeverhinderungsgesetz“ §217 StGB begleiteten Arnold bis hin zu seinem selbstbestimmten Tod nach schwerer Krebserkrankung im Jahr 2019. Man lese den einfühlsamen Nachruf des Freundes und Koautors Michael Schmidt-Salomon.


Gerhard Czermak und Eric Hilgendorf: Religions- und Weltanschauungsrecht: Eine Einführung. Springer. 2018.
Seien es Fragen zur Kirchensteuer, zum Religionsunterricht oder den berüchtigten Staatsverträgen mit den Religionsgemeinschaften – immer wenn es um Probleme des Religions- oder besser Weltanschauungsrechts geht, kann dieses Grundlagenwerk der beiden höchst versierten Juristen helfen. Das Lehrbuch erörtert systematisch die Grundsatzfragen zum Thema und führt in die theoretisch und praktisch wichtigsten Grundbegriffe ein. Wichtig: Als Beiratsmitglieder in der GBS sind die beiden Rechtsexperten immun gegen die auf diesem Gebiet allgegenwärtigen Einflussnahmen seitens kirchlicher Lobbyisten oder theologisch motivierter Eiferer. Das macht dieses Werk auch für Nichtjuristen, Politologen, Journalisten und Theologen interessant, die sich nicht einseitig vereinnahmen lassen wollen.


Frerk, Carsten: Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland. Alibri 2002.
Nicht nur dieser, sondern auch die anderen Titel des promovierten Hamburger Politologen Carsten Frerk sind für die kirchen- und religionskritische Aufklärungsarbeit unverzichtbar. Denn Frerk kann stets sauber mit Zahlen und seriösen Erhebungen belegen. Den Kirchenlobbyisten kommt das in der Regel höchst ungelegen. So etwa ihren riesigen Vermögen an Grund und Boden. Gerne verweisen die frommen Kirchenmänner dann auf ein paar ländliche Besitztümer, während ihnen in Wirklichkeit gerade die städtischen Liegenschaften den wahren Segen einbringen. Also, wie auch sein „Kirchenrepublik Deutschland“ und das „Violettbuch Kirchenfinanzen“: Frerks Werke sind ein säkularer Schatz.


Colin Goldner: Lebenslänglich hinter Gittern. Die Wahrheit über Gorilla, Orang Utan & Co. In deutschen Zoos. Alibri 2014
Hamburg ist stolz auf seinen berühmten Zoo, Hagenbecks Tierpark. Die in pandemiefreien Jahren fast 2 Millionen Besucher jährlich freuen sich, wenn die Dickhäuter Nüsschen erbettelnd die Rüssel strecken und die Orang Utans in ihrer künstlichen Umwelt herumtollen. Doch in den Augen der Tierschützer sind Zoos niemals wirklich artgerecht. Colin Goldner geht weiter: Er fordert für die Großen Menschenaffen – zu denen streng biologisch auch Homo sapiens gehört – gewisse Grundrechte. Polemisch wird das von Gegnern gerne dazu verdreht, für die Affen würden Menschenrechte gefordert. Als Mitbegründer des Great Ape Project räumt Goldner mit solchen Unterstellungen auf und rechtfertigt die moderne Tierethik.


Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Band 10: 18. Jahrhundert und Ausblick auf die Folgezeit. Könige von Gottes Gnaden und Niedergang des Papsttums. Rowohlt 1986 ff.
Deschner, geboren 1924 und gestorben 2014, wurde für sein Lebenswerk immer wieder ausgezeichnet. Seine Hinterlassenschaft, ein Mammutwerk: seine streng wissenschaftlich erarbeitete Kirchenkritik, basierend auf einem immensen Quellen- und Literaturstudium, die 10-bändige „Kriminalgeschichte des Christentums“. Sogar der katholische Theologe Adolf Holl musste zugeben: „Nach der Lektüre wirken all die Päpste, Kardinäle, Bischöfe und Äbte, Theologen, Nonnen, Mönche und Priester von den ersten Anfängen der Kirche bis in die katholische Gegenwart wie eine Bande von Gangstern, deren verbrecherische Machenschaften sich hinter Weihrauchwolken verbergen.“ Hier sei wenigstens der 10, Band des Werks empfohlen, in dem Deschner die Tätigkeiten der katholischen Kirche bis ins 21. Jahrhundert hinein analysiert. Sehr nützlich und löblich: 2014 wurde vom Verlag für das gesamte Werk ein gründlich erarbeitetes Sach- und Personenregister zum Quellenstudium hinzugefügt.


Natalie Grams: Was wirklich wirkt. Kompass durch die Welt der sanften Medizin. Aufbau-Verlag 2020.
Jahrelang praktizierte die promovierte Ärztin Natalie Grams als Homöopathin in eigener Praxis, was sie gerne mit einem großen Schild über ihrem Praxiseingang kundtat. Doch je länger sie zu heilen versuchte mit Globuli und teuren durch Verdünnen „potenzierten“ Medikamenten, desto mehr kamen ihr die Zweifel. 2015 brach sie mit der überkommenen Lehre nach Samuel Hahnemann aus dem 19. Jahrhundert. In zahlreichen Vorträgen, Online-Beiträgen und dem für Furore sorgenden Buch „Homöopathie neu gedacht“ belegte sie aus moderner wissenschaftlicher Sicht, warum mit den teuren Kügelchen über den Placebo-Effekt hinaus keine Wirkung zu erzielen ist. Mittlerweile vielfach geehrt und anerkannt ist die Ärztin heute sowohl in der Gesellschaft zur Untersuchung von Parawissenschaften – Die Skeptiker (GWUP) als auch in den Beiräten der GBS und der Hans-Albert-Stiftung tätig.


Heinz-Werner Kubitza: Der Jesuswahn. Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung. Tectum 2011.
Nach dem Studium der Philosophie und evangelischen Theologie (mit Promotion) nahm das Leben des 1961 geborenen Heinz-Werner Kubitza dank besserer Einsicht eine radikale Wende. 2001 trat Kubitza aus der Kirche aus, gründete in Marburg den bekannten Tectum-Verlag und veröffentlicht seitdem in der Sparte „Religionskritik und Humanismus“ Bücher, die wissenschaftsbasiert mit religiösem Hokuspokus ins Gericht gehen. Insbesondere sein „Jesuswahn“ geht ans Eingemachte, denn das Buch belegt, wie wenig der Mythos des angeblichen Religionsbegründern historischen Belegen standhält. In einem YouTube-Beitrag „Ist Religion noch vermittelbar?“ kann man sich von dem gelehrten Religionskritiker schon mal einen Eindruck verschaffen.


Helmut Ortner (Hg.): EXIT. Warum wir weniger Religion brauchen. Eine Abrechnung. Nomen 2019 (Darin: Ingrid Matthäus-Maier: Staatskirche oder Rechtsstaat?) Man muss sie mal erlebt haben, diese Grande Dame des modernen Humanismus. Wenn die frühere Juristin, Politikerin und Bankmanagerin, bei Vorträgen oder im Disput um Recht und Gerechtigkeit argumentiert, sehen die reaktionären Vertreter aus Politik und Kirchenkreisen sehr alt aus.
In ihrem überaus lesenswerten Aufsatz „Staatskirche oder Rechtsstaat“ fordert die versierte Juristin knapp und prägnant 20 grundlegende Korrekturen von Gesetz und Regierung ein. Die reichen von Kindesmissbrauch über den Kirchensteuereinzug bis hin zur Sterbehilfe. Muss man unbedingt gelesen haben! Jedoch: Ingrid Matthäus-Maier ist nicht die einzige bedeutsame Autorin in dem wichtigen Sammelband von Helmut Ortner, so viel sei nur verraten. Das religionskritische Vademecum sollte man unbedingt in seiner Hausbibliothek haben.


Neumann, Czermak, Merkel, Putzke (Hg.): Aktuelle Entwicklungen im Weltanschauungsrecht. Nomos 2019 (teuer!)
Dieses unverzichtbare Handbuch zum Weltanschauungsrecht sollte in keiner Uni-Bibliothek fehlen, wo sich vor allem Wälzer zum „Kirchenrecht“ (wie es früher gerne hieß) breitmachen. Hier wird richtiggestellt, was sich unter dem Einfluss des kirchlichen Lobbyismus vielfach als falsch eingeschlichen hat. Hier entlarven Juristen, wo auf deutschem Boden gegen das weltanschauliche Neutralitäts- und Trennungsgebot verstoßen wird, wo Grundrechte wie etwa das Recht auf Weltanschauungsfreiheit verletzt werden. In 21 Beiträgen namhafter Experten wird aufgezeigt, wie sehr oft im klassischen Staatskirchen- und Religionsrecht die rechtspolitischen Begriffe und Inhalte unzulässig verengt wurden und wie man dagegen vorgehen sollte.


Rainer Rosenzweig (Hg.): Nicht wahr?! Sinneskanäle und Grenzen der Wahrnehmung. Mentis 2009.
Innerhalb der säkularen Szene bekleidet der Mathematiker und promovierte Wahrnehmungspsychologe Rosenzweig wichtige Ämter. Er ist Kurator der GBS, Präsident des Humanistischen Pressedienstes HPD, Vorsitzender des KORSO und Mitglied des Wissenschaftsrats der GWUP. In Nürnberg hat er das populäre Hands-on-Museum „Turm der Sinne“ mitgegründet und war lange dessen Geschäftsführer. Heute leitet er außerdem dort Kortizes, das Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs. Man darf also durch die zahlreichen populärwissenschaftlichen Werke, für die Rosenzweig als Herausgeber verantwortlich ist, zum Thema Gehirnforschung, Neurowissenschaft und Wahrnehmungspsychologie mit geballtem Wissen und spannender Erweiterung der eigenen Erkenntnisse rechnen. So wohl auch mit diesem Buch, das der Herausgeber für die Basisbibliothek besonders hervorgehoben hat.


Gerhard Vollmer: Evolutionäre Erkenntnistheorie. Hirzel (1975) 2002.
Wie nehmen wir wahr, wie erkennen wir und wie gelangen wir zu unserem – letztlich immer beschränkt bleibendem – Wissen? Der Physiker und Philosoph Gerhard Vollmer hat die Evolutionäre Erkenntnistheorie geprägt und weiterentwickelt wie kein anderer. So verwundert es nicht, dass dieses Werk 2002 in unveränderter Form in der achten Auflage erschien und bis heute ein bedeutendes, wenn nicht das wichtigste Standardwerk zum Thema geblieben ist. Nicht Wenigen hat Vollmer mit seiner klaren und präzise erklärenden Sprache das Denken umgekrempelt. Und so Manchen Bescheidenheit im Denken gelehrt: Denn Vollmer zeigt uns, wie unvermögend unser Alltagswissen ist, wenn wir damit unseren Mesokosmos zu überschreiten versuchen und in die Bereiche des Kleinsten, den Mikrokosmos, und des möglicherweise unendlichen Kosmos, den Makrokosmos, einzudringen versuchen. Das ist wahre Bewusstseinserweiterung!


Franz Josef Wetz: Illusion Menschenwürde. Aufstieg und Fall eines Grundwerts. Klett-Cotta 2005.
Menschenwürde – ein elementarer Begriff in unserem Verfassungswesen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es im ersten Satz des ersten Artikels unseres Grundgesetzes. So grundlegend dieser Begriff auch ist, so sorgt er doch heutzutage für Erklärungsbedarf. Einstmals abgeleitet aus der jüdischen Religion und der Stoa, dann aus dem christlichen Verständnis des Menschen als „Krone der Schöpfung“, ist er heute und erst recht aus naturalistischer Sicht als Grundrecht neu zu bewerten und zu erläutern. Der 1958 geborene und habilitierte Philosoph tut das im vorliegenden Werk in äußerst gründlicher und umgänglicher Weise. Um sich ein Bild von seiner Argumentationstiefe zu machen, möge man sich seinen Diskurs mit einem promovierten Priester über Spiritualität auf YouTube zu Gemüte führen.


Franz M. Wuketits: Evolution ohne Fortschritt. Aufstieg und Niedergang in Natur und Gesellschaft. Alibri 2009.
Evolution – biologisch oder kulturell – wird oft als ewig fortschreitende Entwicklung zu immer höheren Werten und Weihen verstanden. Mit dieser Illusion räumt der 2018 verstorbene österreichische Zoologe und Wissenschaftstheoretiker Wuketits gründlich auf: Evolution folgt weder einem vorbestimmten Plan, wie noch die ersten evolutionär denkenden Forscher dachten, noch ist sie ein geradliniger historischer Prozess hin zu einer sozialen Utopie, wie etwa die Marxisten behaupteten. Die biologische wie auch die kulturelle Geschichte verlief vielmehr stets in einem Zickzackkurs, ist eine Abfolge von Katastrophen wie Kriegen, Massenaussterben von Arten oder Zusammenbrechen ganzer Ökosysteme. Doch Wuketits argumentiert nicht als Zyniker, sondern appelliert vielmehr dringend an das Vermögen des Menschen zu Einsicht und Fähigkeit zukunftsorientiert zu handeln. Wie aktuell!


Michael Schmidt-Salomon: Hoffnung Mensch. Eine bessere Welt ist möglich. Piper 2014.
Dieses mehr als 360 Seiten dicke Buch sei ganz bewusst an das Ende unserer Empfehlungsliste gestellt. Denn nicht umsonst nennt es der Mitbegründer und Vorstandssprecher der gbs Michael Schmidt-Salomon (MSS) als sein bislang wichtigstes. So sehr uns auch eine rationale und naturalistische Sicht auf die Welt jegliche Erlösung in einer zweiten, jenseitigen Welt versagt, so sehr bleibt uns doch die Hoffnung darauf, dass homo sapiens sich dank Einsicht und Erfahrung aufschwingt, seine eigene Welt und Umwelt zu retten und sogar zu verbessern. MSS zeigt auf, dass es neben dem immer wieder furchtbaren Versagen des Menschen durch Gewalt und Krieg auch die positive Seite gibt: den menschlichen Erfindergeist, seinen Sinn für das Edle und Schöne und auch das Empathische, die Empfindsamkeit für den Mitmenschen. Am Ende seines Hoffnungs-Buchs sorgt MSS mit einem „Credo“ samt einem „Amen“ (hebräisch: „So sei es“) bei einigen kurzatmigen Mitstreitern sogar für ein gewisses Unverständnis. Man darf jedoch unbesorgt sein: MSS ist Rationalismus und Naturalismus treu geblieben. Amen!